Für Familie und Freunde
Wenn man hört, dass jemand an einer chronischen Erkrankung, Krebs, Depression, Burnout, Alkoholmissbrauch etc. erkrankt ist, denkt man zuerst an den Betroffenen. Das ist eine normale Reaktion des Menschen.
Was ist aber mit den Angehörigen, Lebenspartner und Freunde?
Wie geht es Dir damit, wenn Du auf einmal mit einer diesen Diagnosen im engsten betroffen bist? Ja richtig, auch Du bist eine Betroffene des Schicksalsschlages.
Aus eigener Erfahrung als Betroffene mit Multiple Sklerose und als Angehörige von einem Krebspatienten weiss ich, dass es für das Umfeld eines erkrankten Menschen nicht einfach ist, manchmal sogar schwerer als für den Betroffenen selber. Gründe dafür gibt es viele.
Je nachdem wie die Krankheit verläuft und wie man als nahestehende Person am Verlauf beteiligt ist, kann das sehr viel Energie und Kraft kosten. Umso wichtiger ist es, dass auch Du gut auf dich acht gibst, dir viel Gutes tust und eine Anlaufstelle zur Unterstützung hast.
Wenn Du jemanden in deinem Umfeld mit einer Erkrankung hast und nicht weisst wie Du für dich damit umgehen sollst, jemanden zum Reden brauchst der Dir zuhört, Dich sieht und versteht was du gerade durch machst, oder Du eine Kraftquelle in einem sicheren Hafen brauchst, dann scheue Dich nicht davor, Dich bei mir zu melden.
Denn Du darfst mit gutem und ruhigem Gewissen auf deine Fürsorge achten.
Hier ein paar wichtige und wertvolle Schritte die Du gehen kannst:
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Deine Selbstfürsorge pflegen: Kümmere dich um deine eigenen Kräfte, nimm Erholungsphasen wahr und gönne dir schöne Momente die nur DIR gehören, bevor Du am Ende deiner Kräften bist.
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Kein schlechtes Gewissen haben: Es ist okay, nicht ständig im Krisenmodus zu sein. Pausen sind wichtig, um Kraft zu sammeln.
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Kommunikation: Sprich offen über Ängste und darüber wie es Dir wirklich geht, lege nicht jedes Wort auf die Goldwaage denn Stimmungsschwankungen sind normal, zeige Zuneigung, z.B. mit persönlichen Worten wie "Ich bin für dich da"
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Nonverbale Kommunikation: Es braucht nicht immer viele Worte oder gut gemeinte Ratschläge. Oftmals reicht es wenn Du einfach zuhörst, den geliebten Menschen in deine Arme nimmst und ihm das Gefühl von Geborgenheit und Sicherheit vermittelst.
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Nimm Unterstützung an: z.B. bei Selbsthilfegruppen, bei einem Peer, bei der Person deines Vertrauens.
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Information und Organisation: Informiere dich über die Krankheit, kläre Rollen und organisiere den Alltag mit Routinen und Checklisten, um Sicherheit zu schaffen.
Dein Wohlergehen als Angehöriger, Lebenspartner, enger Freund ist genauso wichtig und wertvoll wie das des erkrankten Menschen. Denn nur wenn es Dir gut geht und Du im Einklang mit Dir und der neuen Situation bist, bist Du stark genug um Hilfe leisten zu können.
Ich bin jederzeit für Dich da.